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Raum für Wohlspannung

Spannung erzeugt Enge, und Enge erzeugt Spannung. Die meisten Ansätze in der Körperarbeit sollen physische Weite wieder möglich werden lassen; ein einfaches Beispiel ist ein sanftes Dehnen. So entsteht in den Gelenken Raum für Beweglichkeit, die Muskulatur entspannt spürbar. Schwerkraft und Aufrichtung kommen in Balance, „wir fühlen uns wohl(-gespannt)“. Für viele Menschen ist das Justieren ihres „Spannungsgrades“ ein Prozess der Entspannung von zu viel Spannung, für andere ein Anheben der Grundspannung, da sie zuvor „unterspannt“ waren. Bei genauem Hinsehen gibt es in jedem von uns die Notwendigkeit, in bestimmten Bereichen eine zu hohe Spannung (Verspannungen) zu reduzieren. Und es gibt Bereiche, die unterspannt sind, weil wir sie nicht benutzen - ein gutes Beispiel ist hier die „tiefliegende Haltemuskulatur". „Gespannt-Sein“ (Wohlspannung) ist dabei kein starrer Zustand, den man hat oder nicht, sondern ein fließender Prozess des ständigen Neu-Balancierens.

Denken wir über das Physische hinaus, ist es ebenfalls oft Thema, Überspannung und Enge abzubauen, ohne in Unterspannung zu verfallen: Wir „öffnen Horizonte“, „schauen über den Tellerrand hinaus“ oder „nehmen uns zusammen“. Es geht also darum, Weite und Raum zu schaffen und gleichzeitig auch ausreichend Spannkraft zu haben, damit wir „unsere Perspektiven erweitern“ und so Veränderungen stattfinden können.